Klosterküche – Kochen mit Leib und Seele

Kann man sein Glück hinter Klostermauern finden? Die Antwort auf diese Frage sucht Annette Behnken in dieser Folge der „Klosterküche“ im Osnabrücker Land. Hier liegt inmitten einer idyllischen Wald- und Wiesenlandschaft das katholische Frauenkloster Nette. 

Doch mit der Glückssuche ist das so eine Sache, denn der Pastorin steht zunächst einmal ein arbeitsreicher Tag bevor. Herbstzeit, das heißt auch im Kloster Nette Erntezeit. Es versteht sich von selbst, dass so etwas nicht gut mit leerem Magen. Gemeinsam mit Klosterköchin Andrea Ranft bereitet Annette Behnken wieder ein schmackhaftes Klostermenü zu: Passend zur Jahreszeit gibt es als Hauptgang eine herzhafte Kürbis-Hack-Suppe mit Kürbisbrötchen, zum Nachtisch süßes Apfel-Tiramisu mit Äpfeln aus eigener Ernte. 

Weil die Äpfel aber erst einmal herunter müssen von den Bäumen, führt der erste Weg die Moderatorin auf die große Apfelwiese des Klosters. Hier warten schon die beiden Ordensfrauen Schwester Andrea und Schwester Karola, um Annette Behnken beim Obstpflücken zur Hand zu gehen. Eigentlich haben die beiden ganz andere Aufgaben: Schwester Andrea leitet den Orden, dem das Kloster angehört, und Schwester Karola ist so etwas wie die Finanzmanagerin der Gemeinschaft. 

Doch es ist gerade die Mischung aus den großen und den kleinen Aufgaben, die für die beiden fröhlichen Frauen die Würze des Klosterlebens ausmacht. Glück? „Ja, sagt Schwester Andrea, das kann man im Kloster finden. 
“ Vorausgesetzt, dass es die richtige Lebensform für einen ist. Dann macht Klosterleben frei.“ Schwester Karola stimmt zu: „Es ist ein erfüllendes Leben. Viele Zwänge entfallen, zum Beispiel die Sorge um Geld oder Karriere. Im Kloster gibt es das nicht. Wir leben hier wirklich in der Freiheit der Kinder Gottes.“ 

Bequem hat man es deshalb noch lange nicht in Nette. Hausmeister Andreas Kleine ist so etwas wie das „Mädchen für alles“ im Kloster. Er kümmert sich um die Obst- und Gemüsegärten, erledigt kleine Reparaturen und arbeitet sogar als Friedhofsgärtner und Totengräber. An diesem Tag steht die Kartoffelernte an. Annette Behnken sitzt mit auf dem Trecker, wenn der Hausmeister seinen Kartoffelroder über den Acker zieht. Rund 50 Zentner wirft das kleine Feld ab. Genug, um den Jahresbedarf des Klosters zu decken. Die Schwestern packen mit an und sammeln die Knollen ein, die die Maschine aus der Erde holt. Auch für Andreas Kleine, der gleich gegenüber wohnt, ist das Kloster mehr als ein Arbeitsplatz: „Ich fühle mich hier zu Hause. Darum können mich die Schwestern auch in meiner Freizeit anrufen.“ Dann lässt er alles stehen und liegen, geht eben über die Straße und fragt, was anliegt. 

Bevor am Abend das leckere Klostermenü auf den Tisch kommt, ist noch einiges zu tun: Apfelschälen im Klosterhof, Einlagern der Kartoffeln im Keller. Dann ist es endlich so weit: Die Netter Schwesterngemeinschaft versammelt sich um den festlich gedeckten Tisch der Klosterküche. Auch bei diesem Besuch hat Annette Behnken wieder viel gelernt: Ja, man kann im Kloster sein Glück finden und dieses Glück hat, zumindest in Nette, viel mit einem arbeitsreichen und bodenständigen Leben zu tun.

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