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Diesel-Fahrverbote: Großkontrolle gestartet

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Seit drei Wochen sind in Hamburg in der Max-Brauer-Allee und in der Stresemannstraße die bundesweit ersten Diesel-Fahrverbote in Kraft. Ab heute macht die Polizei mit ihren Kontrollen ernst: Nach der Eingewöhnungszeit für die Hamburger werden bei Verstößen nun Bußgelder fällig. Beamte richteten am Vormittag im Bereich der Stresemannstraße in beiden Fahrtrichtungen Kontrollpunkte ein. Auf gut anderthalb Kilometern der Straße dürfen seit Anfang des Monats keine Diesel-Lkw mehr fahren, die die Euro-Norm 6 nicht erfüllen. Polizisten auf Motorrädern und in Streifenwagen winkten mutmaßliche Verbotssünder aus dem Verkehr und geleiteten sie zur Überprüfung zu den Kontrollstellen.

Fahrer von Diesel-Lkw unter Euro-Norm 6, die sich nicht an das Verbot halten, müssen 75 Euro zahlen. Ein zweites Fahrverbot an der nahegelegenen Max-Brauer-Allee gilt auch für ältere Diesel-Pkw. Wer dort mit einem älteren Diesel-Pkw erwischt wird, muss 25 Euro zahlen.

Hamburg hatte zum 1. Juni als erstes Bundesland zwei sogenannte Durchfahrtsbeschränkungen für ältere Dieselfahrzeuge zur Reduzierung der Stickoxidbelastung in der Luft in Kraft gesetzt. Für ältere Diesel-Pkw und -Lkw gilt das Fahrverbot auf knapp 600 Metern in der Max-Brauer-Allee und, auf 1,6 Kilometern in der Stresemannstraße – dort jedoch nur für ältere Lastwagen. Für Anwohner und Anlieger gibt es umfangreiche Ausnahmen.

Hamburg will mit den bundesweit ersten Diesel-Fahrverboten an den betroffenen Streckenabschnitten eine Reduktion der Stickoxid-Belastung in der Luft erreichen. Die Grenzwerte werden dort seit Jahren überschritten. Laut Hamburger Senat ist die Einhaltung der Grenzwerte an diesen Abschnitten nur durch die Durchfahrtsbeschränkungen möglich. Das Bundesverwaltungsgericht hatte solche Maßnahmen erst Anfang des Jahres für grundsätzlich zulässig erklärt. Die Fahrverbote wurden von der Polizei bisher lediglich stichprobenartig kontrolliert.

Wie wirksam die Durchfahrtsbeschränkungen tatsächlich sind, lässt sich laut Umweltbehörde jetzt noch nicht sagen. Einem Sprecher zufolge zeigten bisherigen Messergebnisse zwar „in die richtige Richtung“, für eine zuverlässige Tendenz gäbe es aber noch nicht genug Daten. Der Behörde zufolge lässt sich aber, besonders an der Stresemannstraße, bereits feststellen, dass weniger Lkw durchfahren. Zahlen, die das belegen, gibt es aber noch nicht. Inwieweit die Ausweichstrecken stärker belastet sind, wird nicht gemessen.

 

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